Sonntag, 14. Februar 2010

Lüchow-Dannenberger Atomausschuss will Untersuchung aller Castoren /11.2.10

Nach dem Defekt an einem im Zwischenlager Gorleben abgestellten Castorbehälter im vergangenen Herbst drängt der Atomausschuss des Landkreises Lüchow-Dannenberg auf eine Untersuchung aller dort abgestellten Behälter. Der Ausschuss befürchte einen möglichen Systemfehler bei den Druckschaltern, erklärten die Mitglieder des Gremiums am Donnerstag.

Der nicht bindende Beschluss wurde mit den Stimmen der Gruppe «X», bestehend aus den Fraktionen von SPD, FDP, Grünen sowie zwei Wählergemeinschaften, gegen die CDU durchgesetzt. Einstimmig empfahl der Atomausschuss zudem, dass das Niedersächsische Umweltministerium und das Bundesamt für Strahlenschutz sämtliche Untersuchungsergebnisse über die Sicherheit der Druckschalter offen legen sollen.

Am 31. Oktober und 1. November 2009 hatte der Druckschalter eines Castorbehälters in Gorleben Unterdruck im Bereich zwischen den beiden Deckeln angezeigt. Der defekte Schalter war daraufhin beim Hersteller und im Beisein von TÜV und der Bundesanstalt für Materialprüfung untersucht worden. Bereits im vergangenen März hatte der Betreiber des Atommüllzwischenlagers eine Störung am Druckschalter eines Castorbehälters gemeldet. Damals musste das Teil ausgetauscht werden. Die Druckschalter regulieren den Druck zwischen den beiden Deckeln der Atommüllbehälter.

Im Gorlebener Zwischenlager stehen derzeit 91 Castorbehälter unterschiedlicher Bauart mit hoch radioaktivem Atommüll aus Atomkraftwerken und der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague. Für den Herbst wird ein weiterer Transport mit zehn oder elf Castoren nach Gorleben erwartet.
Quelle: http://www.dernewsticker.de

Sonntag, 7. Februar 2010

KettenreAktion: Atomkraft abschalten! Menschenkette 24.04.10

Mitmachen
KettenreAktion: Atomkraft abschalten!
24. April: Aktions- und Menschenkette zwischen Krümmel und Brunsbüttel

Am Samstag, den 24. April 2010, wird es unter dem Motto "KettenreAktion: Atomkraft abschalten!" die große Anti-Atom-Menschenkette zwischen den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel und durch Hamburg geben. Zigtausende werden auf ca. 120 Kilometern ein starkes Zeichen für das Ende der Atomenergie und eine zukunftsfähige, ökologische Energiewende setzen. .ausgestrahlt erreichen viele Fragen, besonders dazu, wie die Kette unterstützt werden kann. Wir haben noch nicht auf alle Fragen Antworten - zusammen mit anderen Organisationen arbeitet .ausgestrahlt unter Hochdruck an der Feinplanung und der Umsetzung. Viele Details sind zu klären.

Zu .ausgestrahlt (klick)

Forscher bezweifeln Langzeitsicherheit von Glaskokillen /6.02.10

Gefährlicher Wasserkontakt?
Forscher bezweifeln Langzeitsicherheit von Glaskokillen

Eine deutsch-amerikanische Forschungsgruppe hat Zweifel an der Langzeitsicherheit von hochradioaktiven Glaskokillen erhoben - Kokillen, mit denen auch immer wieder Atommüll ins Zwischen-lager Gorleben geliefert wird. Im Fachmagazin »Angewandte Chemie» warnen sie davor, dass das Glas, das den hochradioaktiven Müll einschließt, bei Wasserkontakt bersten könnte.

Das hat das Internet-Nachrichtenportal »Spiegel-online» jüngst berichtet. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), das die Einlagerung dieser Kokillen in Gorleben genehmigt hat, weist die Kritik zurück: Sie spiegele »nicht den Stand der Diskussion um die Langzeitsicherheit bei der Endlagerung von verglasten wärmeentwickelnden Abfällen wider». Es handele sich um Grundlagenforschung, »die allerdings nicht auf die verwendeten HAW-Kokillen anwendbar ist», so das BfS. Es würden »wesentliche Punkte behandelt, die für die tatsächlich existierenden verglasten Abfälle von geringer Relevanz sind». So sei beispielsweise die Bor-Konzentration in der Praxis deutlich geringer als in den beschriebenen Versuchen -das BfS spricht gar von dem Faktor 400.

Doch die Lüchow-Dannenberger Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) widerspricht: Nur solange die Behälter trocken stehen, sei das mögliche Bersten kein Problem. Das bisherige Einlagerungskonzept der Gor- leben-Betreiber im benachbarten Endlager-Projekt sieht jedoch vor, die Kokillen ohne zusätzlichen Schutzbehälter in Bohrlöchern im Salzstock einzulagern. Sie würden nicht, wie es für die Brennelemente vorgesehen ist, in sogenannte Pollux-Behälter verladen und eingelagert. Die BI reagiert jedenfalls alarmiert: »Was nützt es, wenn die Genehmigungsbehörde nur den Transport- und Lagerbehälter unter die Lupe nimmt und sich dabei auf Rechenmodelle verlässt, wenn der riskante Stoff, der transportiert wird, in einem Endlager bei Wasserkontakt zerbersten kann?»

Mit Glaskokillen bestückt sein wird auch der nächste Castoren-Transport im Herbst ins Zwischenlager Gorleben -und die BI kündigt dagegen juristische Schritte an: »Hier wird offensichtlich, dass die Endstation ein Zwischenlager ist, wenn die Kokillen gar nicht endlagerfähig sind.»
Quelle: EJZ

Anti-Atom-Nikoläuse müssen Geldbuße zahlen /4.02.10

Anti-Atom-Nikoläuse müssen Geldbuße an Frauenhaus zahlen
Demonstration im Ladtag geahndet

Sechs Atomkraftgegner aus dem Wendland müssen wegen Beteiligung an einer Protestaktion im Niedersächsischen Landtag jeweils 150 Euro an ein Frauenhaus zahlen. Gegen diese Auflage habe das Amtsgericht Hannover am Donnerstag ein Strafverfahren gegen die vier Frauen und zwei Männer eingestellt, teilte die Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz Lüchow-Dannenberg mit.

Gemeinsam mit rund 15 weiteren Personen hatten die Beschuldigten am 6. Dezember 2006 im Parlament gegen Atomkraftwerke protestiert. Teilweise waren die Demonstranten als Nikoläuse und Clowns verkleidet, einige entrollten von der Balustrade Transparente. Vorherige Verfahren gegen Atomkraftgegner aus dieser Gruppe endeten mit Bußgeldern oder Freisprüchen.
Quelle: http://www.die-newsblogger.de

120 km Menschenkette zwischen Krümmel und Brunsbüttel /3.02.10

Atomkraftgegner machen mobil
Vor den NRW-Landtagswahlen soll eine Menschenkette zwischen den AKWs Brunsbüttel und Krümmel gegen die geplante Laufzeitverlängerung protestieren.

An die großen Protestaktionen gegen die Atomkraft der 70er und 80er Jahre wollen nun Atomkraftgegner anschließen und rufen für den 24. April dazu auf, eine Menschenkette zwischen den seit zwei Jahren vom Netz genommenen Atomkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel zu bilden. 120 km lang wäre die auch mitten durch das schwarz-grün regeierte Hamburg führende Menschenkette, wenn die Mobilisierung denn gelingt. Mindestens 24.000 Menschen wäre dazu notwendig.

Die politisch geschickt vor den Wahlen in Nordrhein-Westfalen platzierte Demonstration soll in erster Linie den Weiterbetrieb der beiden Pannenreaktoren verhindern, aber es geht vor allem auch bundespolitisch gegen die von der schwarz-gelben Regierung geplante Laufzeitverlängerung der Atomkraftewerke. Im Aufruf heißt es: "Wir stehen am energiepolitischen Scheideweg: Wird weiter auf Dinosauriertechnologien gesetzt - oder konsequent auf Erneuerbare Energien umgestiegen. ... Wir wollen raus aus einer Technologie, die ein verheerendes Unfallrisiko birgt, den Ausbau Erneuerbarer Energien blockiert und Tausenden Generationen tödlichen Atommüll aufbürdet. Die Skandale um die Endlagerstandorte Asse und Gorleben zeigen: Das Problem des Jahrmillionen strahlenden Mülls ist völlig ungelöst."

Auch vor dem hessischen Biblis und dem nordrhein-westfälischen Ahaus sollen Proteste stattfinden. KettenreAktion: Atomkraft abschalten! ist Motto der Protestaktion, zu der ein breites Bündnis aufgerufen hat, interessanterweise finden nun Grüne, Linke und SPD hier zusammen. Daneben rufen auf die Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD, der ASSE-II-Koordinationskreis, Attac Deutschland, .ausgestrahlt - gemeinsam gegen Atomenergie, der Bund für Umwelt- und Naturschutz, der Bundesverband Erneuerbare Energie, Campact oder die Deutsche Umwelthilfe.

Jochen Stay, Sprecher von .ausgestrahlt, ist sich sicher, dass "eine Mehrheit der Bevölkerung den Ausstieg aus dieser Risikotechnologie (will) - besser heute als morgen." Für Thorben Becker, Energieexperte des BUND, geht es um eine Grundsatzentscheidung: "Entweder setzt Deutschland weiter auf die gefährlichen Dinosauriertechnologien der Vergangenheit oder konsequent auf Erneuerbare Energien. Statt die Laufzeiten der Reaktoren zu verlängern, müssen diese endlich vom Netz, damit der Weg frei wird für sauberen Strom."
Florian Rötzer 03.02.2010
Quelle: Telepolis