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Samstag, 19. November 2011

Röttgens "neue" Atommüll-Endlagersuche ist alles - aber nicht neu /13.11.11

Kein Neustart, kein Konsens
Kommentar von Malte Kreutzfeldt

Die Worte von Umweltminister Norbert Röttgen klingen mal wieder großartig: Im "nationalen Konsens" soll nun nach einem Endlager für Atommüll gesucht werden, und zwar "ergebnisoffen", "ohne Tabus" und auf einer "weißen Landkarte". Das ist tatsächlich genau das, was nötig wäre, um endlich eine Lösung für diese schwierige Frage zu finden.

Doch leider stehen die realen Pläne des Minister im diametralen Gegensatz zu seinen Aussagen. Denn der Salzstock Gorleben soll nicht nur als ein möglicher Standort gesetzt sein; er soll während der Suche nach Alternativen sogar weiter ausgebaut werden. Am einzigen bisher erkundeten Standort weiter Geld ausgeben und Fakten schaffen: Deutlicher kann man kaum zeigen, dass die Landkarte nicht weiß ist und die Suche nicht ergebnisoffen.

Um einen wirklichen Konsens zu erreichen, dürfte Gorleben bei den zu untersuchenden Standorten gar nicht mehr dabei sein. Die geologischen Fakten – ein großes Gasvorkommen unter dem Salzstock, das fehlende Deckgebirge, die Nähe zum Grundwasser – sprechen ebenso für einen Ausschluss wie die erwiesese politische Mauschelei bei der Auswahl des Standortes.

Dass es aus juristischen Gründen vermutlich schwierig ist, einen Standort von vorneherein auszuschließen, stellt dabei kein Problem dar: Wenn die Landkarte wirklich weiß wäre und die vielversprechendsten Standorte anhand von wissenschaftlichen Kriterien ausgewählt würden, hätte Gorleben ohnehin keine Chance.

Doch genau diesen echten Neustart verhindert Röttgen, wenn er jetzt schon erklärt, dass Gorleben einer der zu vergleichenden Standorte sein wird – und dort derweil sogar weiter gebaut wird. Beim Minister, dessen zuständige Fachabteilung noch immer von einem ehemaligen Atomlobbyisten geleitet wird, verwundert das kaum.

Absolut unverständlich ist aber, dass sich die SPD und vor allem die durch den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann vertretenen Grünen auf dieses durchsichtige Spiel einlassen. Es widerspricht nicht nur der Beschlusslage der Partei, sondern auch ihrer Glaubwürdigkeit. Einen gesellschaftlichen Konsens kann es auf dieser Basis nicht geben.
Quelle: taz.de

Sonntag, 13. November 2011

„Gorleben muss raus aus der Lagersuche“ /12.11.11

Hamburg. Scharfe Kritik an der neuen Endlagersuche kommt von der Anti-Atomkraft-Initiative „.ausgestrahlt“. Es gehe gar nicht um Alternativen zu Gorleben, sagt ihr Sprecher Jochen Stay, unserer Redakteurin Yvonne Stock.

Wie „ergebnisoffen“ ist die Endlagersuche in Ihren Augen?

Der Bevölkerung wird suggeriert, jetzt gehe es um Alternativen zu Gorleben. Das ist falsch. Der Salzstock wird Tag und Nacht zum Endlager ausgebaut. Im Bundeshaushalt 2012 sind 73 Millionen Euro zum Ausbau von Gorleben vorgesehen und nur 3 Millionen Euro zur Suche nach Alternativen.

Was hatten Sie erhofft?
Zumindest einen Baustopp hatten wir erwartet, wenn nicht eine Aufgabe des Projekts. Denn geologisch ist Gorleben ungeeignet.

Warum?
Salz hat den Nachteil, dass es wasserlöslich ist. Wasser ist das Transportmedium unter Tage und wenn die Strahlung erst einmal im Wasser ist, kommt sie überall hin. Zumal der Salzstock Kontakt zum Grundwasser hat. Und es gibt unter dem Salz eine riesige Gasblase sowie im Salzstock Gas-, Öl- und Wassereinschlüsse. Wenn man heißen Atommüll dort einlagert, dehnen diese sich aus, es entstehen Risse, wo das Wasser durchkann. Diese Tatsachen sind schon lange bekannt, sie spielen aber in der Diskussion keine Rolle.

Warum nicht?
Es ging nie um Geologie, sondern immer um Politik. Gorleben war für die Atomkraftwerksbetreiber lange eine Art Lebensversicherung. AKW wurden nur genehmigt, wenn es bei der Endlagersuche Fortschritte gab. Und die konnten dann immer auf Gorleben verweisen.

Die Opposition im Niedersächsischen Landtag hat heute den Ministerpräsidenten David McAllister (CDU) aufgefordert, gegen ein Endlager in Gorleben zu kämpfen. Trauen Sie ihm das zu?

McAllister bewegt sich schrittchenweise von Gorleben weg. Er hat die Landtagswahlen 2013 und schlechte Umfragewerte im Auge. Deshalb bewegt er sich. Aber der entscheidende Schritt fehlt noch: Eine Absage an Gorleben.

Wie müsste denn eine Suche nach einem Endlager aussehen?

Zunächst einmal darf nicht weiter Atommüll produziert werden. Gorleben muss raus aus der Suche, sonst wird es Gorleben auch werden. Es dürfen nicht die gleichen Wissenschaftler mit der Suche beauftragt werden, die Morsleben und die Asse fatalerweise für sicher erklärt haben. Erst braucht es Einigkeit über die Lagermethode, dann standortunabhängige Kriterien und erst am Ende macht es Sinn, konkrete Standorte zu suchen.

Vor kurzem hat Gorleben mit erhöhten Strahlenwerten für Schlagzeilen gesorgt. Die Landesregierung wiegelt ab. Was stimmt?

Die Landesbehörde, die Physikalisch-Technische Bundesanstalt und der TÜV haben dieselben Werte gemessen. Aber dann wurden unterschiedliche Zahlen für die natürliche Hintergrundstrahlung aus dem Erdreich abgezogen. Damit man unter den Grenzwerten bleibt, hat das niedersächsische Umweltministerium zu hohe Werte abgezogen.

Einige Politiker fordern deshalb, den Castor-Transport zu stoppen. Geht das noch?

Ja, natürlich. In dem Augenblick, wo Grenzwerte überschritten werden, darf nicht eingelagert werden. Aber ich halte diese Einsicht für unwahrscheinlich.

Sie rufen für den 26. November zu einer Demonstration im Wendland auf. Sind die Menschen nach dem Atomausstieg noch mobilisierbar?

Es laufen noch neun AKW. Die Endlagerfrage ist für viele Menschen ein Thema. Es werden vielleicht nicht so viele wie im Ausnahmejahr 2010 kommen, aber viel mehr als in den Jahren davor.

Das BKA hat vor heftigen Krawallen von Linksautonomen gewarnt. Glauben Sie daran?

Nein, die warnen jedes Mal. Es gibt eine große Einigkeit unter allen unterschiedlichen Protestgruppen, dass keine Menschen gefährdet werden sollen.

Quelle: http://www.nordsee-zeitung.de

Samstag, 29. Oktober 2011

Zeitzeugen im Untersuchungsausschuss Gorleben-Legende eingestürzt /27.10.11

Zeitzeugen im Untersuchungsausschuss
Gorleben-Legende eingestürzt

Im Ausschuss sagen wichtige Zeugen von Schwarz-Gelb aus. Ihre Botschaft: Eine Untersuchung, bei der Gorleben als bester Standort rauskam, hat es nie gegeben. von Malte Kreutzfeldt

BERLIN taz | So hatten sich Union und FDP das sicher nicht vorgestellt. In den Untersuchungsausschuss des Bundestags, der die Umstände der Auswahl von Gorleben als Endlagerstandort aufklären soll, hatten sie zwei Zeugen einladen lassen, die ihre Version der Geschichte bestätigen sollten: Dass der Salzstock im Wendland vor 35 Jahren nicht, wie von der Opposition behauptet, unter rein politischen Erwägungen und großem Zeitdruck ausgewählt wurde, sondern nach einer fachkundigen Untersuchung.

Doch dieser Plan schlug spektakulär fehl. Es habe nie eine Standortuntersuchung gegeben, in der Gorleben vorgeschlagen worden sei, sagte Adalbert Schlitt gleich auf die erste Frage. Und er muss es wissen: Schlitt war im Jahr 1976, als die Entscheidung für Gorleben fiel, Geschäftsführer der Kernbrennstoff-Wiederaufbereitungs-Gesellschaft (Kewa), die im Auftrag des Bundes potenzielle Endlagerstandorte analysieren sollte.

Dass Gorleben nicht zu den drei zunächst von der Kewa ausgewählten niedersächsischen Standorten gehörte, war bekannt; Union und FDP hatten aber stets erklärt, es habe eine Nachbewertung durch die Kewa gegeben, in der Gorleben am besten abgeschnitten habe. Das bestritt Schlitt explizit. "Damit ist der vom niedersächsischen Umweltminister in Auftrag gegebene Fake endgültig vom Tisch", kommentierte die Grünen-Abgeordnete Sylvia Kotting-Uhl die Aussage.
"Politische Schwierigkeiten"

Zuvor hatte bereits ein anderer Zeitzeuge die Koalition in Bedrängnis gebracht. Jürgen Schubert, der 1976 das Oberbergamt in dem Arbeitskreis des Landes Niedersachsen vertrat, der die Standortsuche fachlich begleitete, konnte sich ebenfalls an keine Nachuntersuchung erinnern.

Er selbst habe von Gorleben erstmals im Herbst 1976 erfahren, wenige Wochen bevor der Standort benannt wurde. Auch dass die ursprünglich ausgewählten Standorte wegen fachlicher Bedenken aufgegeben wurden, bestritt er. Seiner Erinnerung nach waren dafür "politische Schwierigkeiten" verantwortlich.

Diese Aussagen decken sich auch mit neuen Dokumenten, aus denen in der Sitzung zitiert wurde. In einem Schreiben an das Oberbergamt hatte die niedersächsische Landesregierung im Oktober 1979 erläutert, wie die Wahl auf Gorleben fiel. "Diese Entscheidung muss als politische Entscheidung angesehen werden", hieß es darin explizit.

Zudem steht dort, es habe eine "vom Bund unabhängige Standortuntersuchung gegeben", was gegen eine zweite Untersuchung durch die vom Bund beauftragte Kewa spricht. Auch andere Dokumente hatten zuvor starke Zweifel daran aufkommen lassen.

Kornelia Möller, die die Linkspartei im Ausschuss vertritt, zog eine klare Bilanz: "Der Zeuge Jürgen Schubert vom Oberbergamt hat bestätigt, was wir in den Akten gefunden haben", sagte sie. "Niedersachsen hat Gorleben im Alleingang ausgewählt und am Ende politisch entschieden. Der Bund war letztlich nicht beteiligt und hat Gorleben erst viel später und nur unwillig akzeptiert."
Quelle: taz.de

Teilerfolg nach zwei Monaten: Keine Endlagerarbeiten in Gorleben mehr am Wochenende / 18.10.11

Die zahlreichen gewaltfreien Blockaden der ersten zwei Monate der Kampagne gorleben365 zeigen Wirkung. Der Dreischichtbetrieb im Salzstock in Gorleben wurde an den Wochenenden komplett eingestellt. Selbst das Wachpersonal arbeitet am Wochenende nur noch in Zwölfstundenschichten.

Seit dem Start der einjährigen Kampagne am 14. August 2011 fanden an jedem Wochenende mehrere Blockaden statt, die den Baustellenverkehr zum Teil massiv behindern konnten. Zunächst reagierten die Betreiber durch die Nutzung von zwei zusätzlichen Toren und das Anlegen neuer Waldwege. In der Folge gelang es den Blockadegruppen dennoch mehrfach, alle sechs Tore erfolgreich zu blockieren. In ihrer Verzweiflung schritten die Betreiber dann bei zwei Blockaden sogar zur Selbstdemontage, indem sie ein Loch in ihren Zaun schnitten, um den Schichtwechsel durchführen zu können.

Katja Tempel von der Kampagne gorleben365 freut sich: »Wir beobachten, dass der übliche mittägliche Schichtwechsel am Wochenende nicht mehr stattfindet. Nur zwischen 8.00-8.30 Uhr bzw. 20.00-20.30 Uhr ist ein kleines Fahrzeugaufkommen zu registrieren. Diese geringe Zahl der Fahrzeuge lässt den Schluss zu, dass es sich nur um den Werkschutz, aber auf keinen Fall um einen regulären Schichtwechsel im Bergwerksbetrieb handelt.«

An den letzten beiden Wochenenden haben die Blockadegruppen bereits auf die veränderte Situation reagiert und vor 8 Uhr morgens mit den Blockaden begonnen. »In den kommenden Wochen und Monaten werden wir den Druck aufrecht erhalten – nicht nur an den Wochenenden, sondern auch unter der Woche. Es melden sich immer mehr Gruppen, aus dem gesamten Bundesgebiet, die hier blockieren wollen. Den Menschen ist bewusst, dass das Problem der Atommülllagerung noch ungelöst ist. Sie widersetzen sich der Erkundung, weil der Salzstock in Gorleben völlig ungeeignet ist« konstatiert Jochen Neumann von der Kampagne gorleben365.
Quelle: redglobe.de

Wird Gorleben zum Atom-Fass ohne Boden? /5.10.11

Noch wird der Salzstock in Gorleben auf seine Eignung als atomares Endlager geprüft. Sollte es hier zu einer endgültigen Lagerung des strahlenden Mülls kommen, müsste der Standort offenbar erheblich mehr Atommüll aufnehmen als bisher angenommen. Das geht aus einem Bericht der "Frankfurter Rundschau" hervor. Die Grünen hatten eine entsprechende Anfrage an das Bundesumweltministerium gestellt. Dort gehe man davon aus, dass die Gesamtmenge auf das Vierfache steigen könnte, hieß es.

Auch Abfälle aus Forschungsreaktoren

Zu dem hoch radioaktiven Müll sollen auch bis zu 100.000 Kubikmeter abgereichertes Uran hinzukommen, das nicht nach Salzgitter in das Endlager Schacht Konrad für schwach- und mittelradioaktive Abfälle gebracht werden kann. In Gorleben sollen auch Abfälle aus der Herstellung von Brennelementen oder aus Forschungsreaktoren eingelagert werden.

Salzstock groß genug aber trotzdem ungeeignet?

Mit einer Ausdehnung von etwa 14 Kilometern Länge und einer Breite von vier Kilometern gilt der Salzstock als groß genug für die zusätzlichen Mengen an Atommüll. Unklar ist aber, welche ergänzenden Sicherheitsanforderungen notwendig wären. Zudem gibt es grundsätzliche Zweifel an der Eignung des Salzstocks, der seit rund 30 Jahren als einzige Option für die Lagerung von hochradioaktivem Material erkundet wird.

40 Prozent mehr hochradioaktiver Müll

Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) erklärte am Mittwoch, dass der hoch radioaktive Müll trotz des angekündigten Atomausstiegs um rund 40 Prozent zunehme. Bis 2022 kämen von den verbleibenden Atomkraftwerken zu den bislang vorhandenen 6.500 Tonnen noch einmal 4.500 Tonnen hinzu, erklärte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Das hätten neue Untersuchungen des Endlagerexperten Wolfgang Neumann ergeben. Die jährlichen Castor-Transporte nach Gorleben seien "nur ein Vorgeplänkel für das, was auf einen möglichen Endlagerstandort zukommt", sagte Ehmke.
Quelle: ndr.de

Fünf Alternativen zu Gorleben? /11.09.11

Michael Sailer, der oberste Berater von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) zum Thema Atommüllentsorgung, hat sich dafür ausgesprochen, bundesweit nach einem Atommüllendlager zu suchen. Bis 2014 oder 2015 sollten demnach mehrere Standorte ausgewählt werden, die für ein Atommüllendlager in Frage kommen. Diese Orte sollten detailliert untersucht und untereinander sowie mit Gorleben verglichen werden. "Ich hoffe, dass die Politik das jetzt anpackt", so Sailer gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Nach Angaben von Sailer wäre es sinnvoll, bei jedem Standort ein Gebiet mit einer Größe von 30 bis 80 Quadratkilometern mit einzubeziehen. "In Deutschland wird es nur in Salz- und Tongestein gehen. Granit, der vor allem in Bayern zu finden ist, um schließt Atommüll wegen der Härte des Gesteins schlechter", sagte Sailer.
Bereits 1,5 Milliarden Euro in Gorleben verbaut

"Endlich kommt Bewegung in die Sache." Mit diesen Worten begrüßte Wolfgang Ehmke, der Sprecher der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg, den Vorschlag des Regierungsberaters. "Bislang gibt es eine Festlegung auf Gorleben", sagte Ehmke. Diese zu lockern, sei ein erster Schritt. "Es dürfen aber nur neue Standorte in die engere Auswahl genommen werden. Auf Gorleben muss ganz verzichtet werden", forderte Ehmke. Sonst finde der Vergleich unter ungleichen Bedingungen statt, denn in die Erkundung Gorlebens seien bereits mehr als 1,5 Milliarden Euro geflossen.

Auch die Umweltorganisation Greenpeace unterstützt die erneute Suche nach möglichen Endlager-Standorten. "Die gesamte Vorauswahl von Gorleben zur sogenannten Erkundung beruht auf fachlich gröbsten Fehlentscheidungen," sagte Greenpeace-Atomexperte Tobias Münchmeyer. Gorleben müsse deswegen bei der Suche ausscheiden.
Quelle: ndr.de

Sonntag, 21. August 2011

Gorleben: BI zieht Zwischenbilanz – neue Aktenfunde belegen frühes Wissen um Gasfeld / 22.7.11

europaticker: Gasfeld unter Gorleben war schon 1976 bekannt
Gorleben: BI zieht Zwischenbilanz – neue Aktenfunde belegen frühes Wissen um Gasfeld

Mit großer Aufmerksamkeit verfolgt die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) die Sitzungen des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses (PUA) zu Gorleben, schließlich hatte die Akteneinsicht der BI im August 2008 den Stein ins Rollen gebracht. Schon 1976, vor der offiziellen Benennung des Salzstocks Gorleben als mögliches Atommüll-Endlager, wusste die niedersächsische Landesregierung von möglichen Gasfeldern unter dem Salzstock, geht aus einem Aktenvermerk des damaligen Staatssekretärs im Umweltministerium vom 22. Dezember 1976 hervor indem es heißt: "Sofern (...) Erdgasvorkommen in der Nähe des Salzstocks vorhanden sind, soll deren Ausbeutung (...) nicht erfolgen, da die Endlagerung der hoch radioaktiven Abfälle (...) Vorrang vor der Erdgasversorgung haben soll."

Die Bürgerinitiative (BI) Lüchow-Dannenberg veröffentlichte das Schreiben am Donnerstag auf ihrer Internetseite.

Nach Auswertung der Tiefbohrungen im Raum Gorleben hatte die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB), die vor Gründung des Bundesamtes für Strahlenschutz die Federführung des Gorleben-Projekts inne hatte, empfohlen, auch andere Standorte als Endlager für hochradioaktive Abfälle zu untersuchen. Begründet wurde in den Vorentwürfen des abschließenden sogenannten “Zwischenberichts” 1983 das deutliche Abrücken von Gorleben mit den geologischen Mängeln, vor allem mit der fehlenden abschirmenden Tonschicht und dem Wasserkontakt des Salzstocks.
“Selbst nach Änderung der fachlichen Begründung durch die PTB – nicht mehr die geologischen Mängel, sondern Akzeptanz wurde ins Feld geführt – wurde die Empfehlung der Fachbehörde, nicht nur Gorleben, sondern auch andere Standorte zu untersuchen, durch die Intervention des Kanzleramts, des Innenministeriums und des Wissenschaftsministeriums unter Helmut Kohl (CDU) kassiert”, erinnert die BI. “Einmal Gorleben, immer Gorleben”, so BI-Sprecher Wolfgang Ehmke, lautete die Devise, “die fachliche Auseinandersetzung hat nie eine Rolle gespielt, man brauchte einen Standort als Entsorgungsnachweis.”

Die PUA-Sitzungen mit ihren klaren Fronten – hier die schwarz-gelbe Mehrheit, dort die wachsenden Einsicht der Oppositionsvertreter/innen, denen, je länger sie die Gorleben-Akten studieren, klar werde, dass eine weitere Endlagersuche mit Gorleben im Pool sich sachlich verbiete – seien nicht so interessant, spannender seien die “Zwischentöne”, wie sich Grüne, SPD und Linke zum Neustart der Atommülldebatte mit oder ohne Gorleben im Pool verhielten und weitere Aktenfunde.

Wie die Bi jetzt erfuhr, hat sogar das niedersächsische Kabinett am 21.12.1976, also zwei Monate vor der Gorleben Standortbenennung, von den Gasfeldern gewusst und beschlossen, dass im Falle Gorleben der Atommülllagerung der Vorrang gegenüber der Förderung von Erdgas eingeräumt werden solle. “Die Gasproblematik, also ein Gasfeld unter dem Salzstock und Gaseinschlüsse im Salz, sind ein K.o.- Kriterium”, sagte Ehmke.

Für die BI bestätigt dies ihre schlimmsten Befürchtungen, dass Gorleben nur aus politischen Gründen schön geredet wurde und auch heute noch nachträglich die Anforderungen an den Gorlebener Salzstock an die Realität angepasst werden.

“Diese Lügengeschichte von Gorleben muss ein Ende haben”, so Ehmke: “Wenn für eine Endlagersuche eine glaubwürdige Grundlage geschaffen werden soll, dann muss Gorleben raus. Und zwar sofort.”

Spekulationen über Atom-Endlager im Land beenden

Der Vorsitzende der baden-württembergischen FDP-Landtagsfraktion, Dr. Hans-Ulrich Rülke, und der energiepolitische Sprecher Andreas Glück haben die grün-rote Landesregierung aufgefordert, sich für eine weitere ergebnisoffene Erkundung von Gorleben in der Frage der Endlagerung von hochradioaktiven Abfällen einzusetzen. „Jetzt abzubrechen, wie von der SPD und den Grünen gefordert, ist wissenschaftlich völlig unbegründet“, sagten Rülke und Glück. Weiter sollte Baden-Württemberg die Bundesregierung bei der Ausarbeitung eines gesetzlichen Anforderungskatalogs für die Eignung von Endlager-Standorten aktiv unterstützen, bevor Standorte ins Spiel gebracht werden.

Glück: „Die Landesregierung sollte die Spekulationen über ein Atomendlager in Baden-Württemberg beenden und den Sachverstand der eigenen Landesbehörden zur Kenntnis nehmen.“ So hat das Landesamt für Geologie und Bergbau festgestellt, dass es in Baden-Württemberg keine erkundungswürdigen Salzstöcke und nur wenige Tongesteine gibt.

„Wir wollen die sicherste Endlagerung“, so Andreas Glück. Nach herrschender wissenschaftlicher Meinung sei ein Endlager ohne Rückholoption in einem mächtigen Salzstock die sicherste Möglichkeit. Ministerpräsident Kretschmann stelle sich der gängigen wissenschaftlichen Meinung entgegen, wenn er ein rückholbares Endlager in einer Tonschicht ins Spiel bringe.
Weiterhin berichtet das Landesamt, dass weite Teile Baden-Württembergs aufgrund der Erdbebengefahr für die Endlagerung radioaktiver Abfälle nicht geeignet sein dürften. „Folglich muss die grüne-rote Landesregierung jetzt darangehen, die Erdbebenforschung in Baden-Württemberg zu verstärken“, so der energiepolitische Sprecher.
Dies hätte einen weiteren Effekt: Die Erforschung der Erdbebensituation kann erneut die Tür zur „tiefen Geothermie“ und somit zu einer Zukunftstechnologie aufstoßen. Glück: „Der Ministerpräsident soll erst einmal seine Hausaufgaben in Baden-Württemberg machen, bevor er in einem Schnellschuss Endlager in den Tongesteinen Baden-Württembergs zur Sprache bringt.“
Quelle: http://www.umweltruf.de

gorleben365: Gewaltfreie Blockade des Baustellenverkehrs zum Endlagerbergwerk gestartet /14.08.11


Kampagnenidee:

gorleben365: Gewaltfreie Blockade des Baustellenverkehrs zum Endlagerbergwerk

Fukushima hat in der Ausstiegsdebatte den Fokus auf das Reaktorrisiko gerichtet. Das ist richtig, denn wir kämpfen für die Stilllegung aller Atomkraftwerke. Doch was soll mit dem Müll geschehen? Soll der in einem Salzstock versenkt werden, der nachweislich dafür nicht taugt?

Ab dem 14. August wird für ein Jahr an möglichst vielen Tagen mit gewaltfreien Blockade-Aktionen der Baustellen-Verkehr zum Endlager-Bergwerk in Gorleben behindert – wenn Du mitmachst!

Wir bringen Teile unserer Lebenskultur vor die Tore in Gorleben: Chöre übernehmen eine Blockade und geben ein Konzert auf der Zufahrt, Bäuerinnen und Bauern bringen ihre landwirtschaftlichen Produkte vor das Eingangstor, ReiterInnen verweilen mit ihren Pferden, Geburtstagsblockaden und „Traum“hochzeiten werden vor den Zufahrtstoren gefeiert. Ob Kaffeekränzchen, Kisten klettern oder Märchen lesen, alle bringen ihr eigenes Drehbuch mit. Die Ideen sind endlos. Mit viel Phantasie tragen wir alle gemeinsam zum Gelingen bei.

Wir halten Tag für Tag dagegen, ein ganzes Jahr lang, immer wieder mit neuen Blockade-Gruppen. Jede/r kann sich an den Aktionen von gorleben365 beteiligen, ob als Einzelperson oder in einer Gruppe. Jede/r kann eine eigene Blockade-Idee initiieren.

Wir fordern das Ende der Bauarbeiten im Salzstock, den Stopp der Atommüll-Produktion in den Atomkraftwerken. Für einen verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen dieser Erde und die Nutzung der regenerativen Energien.

Wir setzen ein Zeichen und werden dadurch mutiger in unserem Handeln. Vielleicht ist es das erste Mal, dass Du Dich an Zivilem Ungehorsam beteiligst. Dann kannst Du die ermutigenden Erfahrungen aus Gorleben mit nach Hause in deinen politischen, beruflichen und familiären Alltag nehmen. Gorleben ist überall!

gorleben365 ist eine gemeinsame Kampagne der KURVE Wustrow Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion und von X-tausendmal quer – gewaltfrei und ungehorsam gegen Castor und Atomkraft.

Weitere Informationen unter http://www.gorleben365.de

Quelle: http://www.gorleben365.de

Mittwoch, 27. Juli 2011

Brüssel erzwingt Antwort auf die deutsche Endlagerfrage / 19.07.11

Deutschland muss auf Druck der EU bis 2015 festlegen, wo es seinen Atommüll lagern will. Die strahlende Last könnte auch ins Ausland gehen.

Deutschland muss aufgrund einer neuen EU-Richtlinie bis 2015 eine Lösung für die Atommüll-Endlagerung finden. Der Beschluss der EU-Kommission gilt für alle 14 EU-Länder, die derzeit die Nuklearenergie nutzen. Andernfalls kann Brüssel rechtlich gegen säumige Staaten vorgehen und vor dem Europäischen Gerichtshof ein Vertragsverletzungsverfahren anstrengen.

Die neue Richtlinie bezieht sich nicht allein auf Atommüll aus Reaktoren, sondern auch auf radioaktive Abfälle aus Medizin, Forschung und Industrie. Dabei bleibt die Wahl eines Standorts – wie das mögliche Endlager in Gorleben – Sache der nationalen Regierung. Die Richtlinie lässt die Möglichkeit eines von mehreren EU-Staaten gemeinsam betriebene Endlagers offen. Es müsste also nicht zwingend ein Lager in Deutschland gebaut werden.

EU-Energiekommissar Günther Oettinger hatte vor der Verabschiedung deutlich gemacht, dass er Deutschland mit dem Gesetz notfalls zu einem Endlager-Konzept zwingen könnte. "Deutschland muss bis 2015 einen nationalen Arbeitsplan vorlegen, wann es sich auf einen Standort festlegen wird", sagte Oettinger der Welt. Bislang hätten die Regierungen in Deutschland wie in anderen Ländern das Problem verschleppt, kritisierte der ehemalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg. "In Deutschland, aber auch anderswo, wird dieses Problem wie ein Wanderpokal von Regierung zu Regierung weitergegeben", sagte Oettinger, "aber niemand kommt einer Lösung näher."
Quelle: http://www.zeit.de

Kotting-Uhl zeigt CDU-Politiker Grill wegen Falschaussage an / 18.07..11

Berlin/Gorleben (dapd-nrd). Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl hat den CDU-Politiker Kurt-Dieter Grill aus dem Kreis Lüchow-Dannenberg wegen möglicher uneidlicher Falschaussage angezeigt. Grill habe als Zeuge im Gorleben-Untersuchungsausschuss des Bundestages falsche Angaben zu seiner Mitgliedschaft in der Lobbyorganisation Deutsches Atomforum gemacht, sagte Kotting-Uhl am Montag der Nachrichtenagentur dapd. Die Anzeige sei der Staatsanwaltschaft in Berlin bereits zugeleitet worden.

Ausschusssitzung vom 24. Februar ausweislich des Protokolls bestritten, Mitglied des Deutschen Atomforums oder in dessen Verwaltungsrat gewesen zu sein. Jahresberichte des Atomforums von 1996 und 1997 wiesen Grill aber als Verwaltungsratsmitglied aus. Grill war unter anderem Bundestags- und niedersächsischer Landtagsabgeordneter. In diesen Funktionen setzte er sich für den Bau von Atomanlagen in Gorleben ein.
Quelle: http://www.boulevard-baden.de

Freitag, 1. Juli 2011

Fest zum Protest Gorleben am 12. August 2011

Fest zum Protest

Fest zum Protest vom 12. bis 14. August in Gedelitz bei Gorleben: Tanzen bis der Salzstock wackelt … denn im Novemver kommt der nächste Castor!

Freitag, 12.08., ab 18.00 Uhr

Tempo Zoo (Rhytm and Rock Show)
Blues All Star Session (Open Stage)
Analogue Birds (Worldmusic / Drum ‘n‘ Base)
Waits for Cash (Covers)

Samstag, 13.08., ab 15.00 Uhr

Pleppo Caramba (Coverband)
Straßenfeger (Protestlieder)
Manfred Maurenbrecher (Liedermacher)
Icke (Deutschrock)
Rantanplan (Skapunk)
Simt (Indie-Rock)

Sonntag, 14.08., ab 11.00 Uhr

Sally & Sarah Mcdonnell (Sensitive Folk)
Crazy (Wendländische Protestsongs)
Rainer von Vielen (Zen-Metal / Teufelspop)

Außerdem: VolXküche, StromweXelstand, Kinderprogramm, Kletterworkshop, Castor-Blockade-Training, Campen (4 Euro pro Nacht, Kinder frei).

Solibeitrag fürs Festival: 5 Euro plus X.
Spenden sind gemein und nützlich: Der gesamte Erlös geht an den Gorleben-Widerstand.

weitere Infos unter: http://www.bi-luechow-dannenberg.de/fest-zum-protest







Samstag, 25. Juni 2011

Video: Endstation Gorleben? Der Streit um den Atommüll /24.06.11

Video eingebettet von schampi.com

3sat, 45min Ein Video vom 14.03.11 wiederholt am 24.06.11

Endstation Gorleben?
Der Streit um den Atommüll
Gorleben ist einer der umstrittensten Orte in Deutschland. Noch immer wird der Salzstock tief unter dem Wendland auf seine Eignung als Endlager für hoch-radioaktiven Atommüll erkundet. Trotz Atom-Ausstieg ist die Frage nach einem Endlager aktueller denn je, denn ein Atomkraftwerk produziert jährlich rund ca. 30 Tonnen hoch-radioaktiven Abfall.
Quelle: 3sat.de

Dienstag, 14. Juni 2011

Blockade vor dem Salzstock Gorleben /14.06.11

Seit dem heutigen Mittag blockieren etwa 40 Aktivist_innen die Zufahrt zum Erkundungsbergwerk Gorleben. Die Forderung lautet "Gorleben stoppen!". Ein Tripod mit einer Kletteraktivistin steht im Mittelpunkt des Geschehens. Mahnwache am Salinasgelände."Der Schwarzbau Gorleben muss umgehend beendet werden und der Castortransport für November diesen Jahres gehört abgesagt", kommentiert Kerstin Rudek von der BI das Geschehen.

Wer kann, der kommt.

weitere Infos: http://www.gorleben-versalzen.de/
Foto: http://www.castortv.de/

Sonntag, 12. Juni 2011

Fotos: Rückenwind für Gorleben-Gegner /12.06.11

Gorleben versalzen - 12. Juni 2011
Unter dem Motto "Gorleben Versalzen" haben Atomkraftgegner aus dem Wendland am Pfingstsonntag mehrfach die Salzhalde des so genannten Erkundungsbergwerks in Gorleben gestürmt. In der Nacht brachten sie auf dem aufgeschichteten Salz die Aufschrift "Das Salz zurück in die Erde" an. Der Schriftzug in weißer Farbe maß 70 mal 8 Meter. Bei Tag wurde das Werk von rund 800 Protestierern bejubelt.
Fotos: www.PubliXviewinG.de

Die Bilder können honorarfrei verwendet werden. Belegexemplar oder Angabe des Links erbeten. Bitte verwenden Sie als Copyrightvermerk den in den IPTC-Daten genannten Namen. Für Texte verwenden Sie bitte das Agenturkürzel pxv

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Rückenwind für Gorleben-Gegner

12. 06. 2011

Die Gorleben-Gegner/innen verspüren Rückenwind: mehr als 800 Menschen folgten am Pfingstsonntag dem Aufruf der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) zu einer Demonstration. Kurz zuvor hatten laut ZDF-Politbarometer 71% der Befragten für einen Neustart in der Endlagersuche votiert.
“Die Debatte um den Atomausstieg wurde nach dem Super-GAU in Fukushima heftig geführt, ausgeblendet wurde jedoch das Atommülldilemma”, kritisiert die BI. Unter der Parole “Gorleben versalzen” will eine regionales Bündnis in Norddeutschland unterstreichen, dass eine vergleichende Untersuchung verschiedener möglicher Wirtsgesteine mit dem Joker “Gorleben” nicht länger akzeptiert wird. “Bisher raschelte es nur im Blätterwald, als nach dem Grünen Ministerpräsidenten Baden- Württembergs, Winfried Kretschmann, auch der CSU-Chef Horst Seehofer seine Blockadehaltung zu einer Endlagersuche in Bayern aufgab. Aber passiert ist nichts, außer dass in Gorleben im Drei-Schicht-Betrieb weiter gebaut wird”, kritisiert BI-Sprecher Wolfgang Ehmke.”Gorleben ist kein regionales Problem. Neben Morsleben und der Asse II steht Gorleben für das Scheitern der deutschen Entsorgungspolitik”, unterstrich die BI-Vorsitzende Kerstin Rudek.
Die bunte Demo-Karawane zog demonstrativ mit Schubkarren an der polizeilich gut gesicherten Baustelle des sogenannten “Erkundungsbergwerks” vorbei und umrundete die aufgefahrene Salzhalde. Dort hatten Aktivisten den Zaun überwunden und mit Lettern auf dem Salzberg die Forderung markiert, “das Salz gehört in die Erde”. Den Zaun hatten die einige Aktivisten aufgedröselt, die Polizei nahm 27 Atomkraftgegner, die mit Anti-Atom-Fahnen und zum Teil auch mit Schubkarren auf den Salzberg gelangten, fest, eine Frau verletzte sich bei der Aktion am scharfen Gestein.
Bis Donnerstag sollen mit Mahnwache und demonstrativen Spaziergängen die Aktionen fortgesetzt werden.
Wolfgang Ehmke 0170 510 56 06 we
Quelle: http://www.bi-luechow-dannenberg.de/chronologisch/pressemitteilungen/ruckenwind-fur-gorleben-gegner

Video Gorleben: 800 Teilnehmer und 27 Festnahmen /12.06.11

Video: Graswurzel.tv 3.24min, Schnitt: Marco Kühne, Suse Neubronner Kamera: Marco Kühne

Ersten Meldungen zufolge, seien bei der Demonstration am Pfingstsonntag in Gorleben etwa 800 Personen beteiligt gewesen. Atomkraftgegner haben gegen den Ausbau des Salzstocks in Gorleben zum Lager für hoch radioaktive Abfälle demonstriert. Unter dem Motto «Gorleben versalzen» hätten Gruppen aus Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg das geplante Endlager mit Schubkarren umrundet, sagte ein Sprecher der Bürgerinitiative. An verschiedenen Stellen wurde der Drahtzaun durchtrennt. Einzelnen Demonstranten gelang es, auf eine Salzhalde zu steigen. Die Bürgerinitiative zählte rund 800 Teilnehmer und 27 Festnahmen, nach Polizeiangaben waren es 500 Teilnehmer. Gegen ein Dutzend Teilnehmer werde wegen Landfriedensbruch und Sachbeschädigung ermittelt.
Quelle: u.A.: http://www.bild.de/regional

Die Aktionen "Gorleben versalzen" gehen noch bis zum 17. Juni. Das Camp in Gedelitz freut sich über weitere Teilnehmer.
Weitere Infos unter: http://www.gorleben-versalzen.de/

Gestern Nacht 1. Aktion zu "Gorleben versalzen" . /12.06.11

Um Mitternacht trafen sich gestern Nacht 24 Leute im Gorlebener Wald, nahe der Salzhalde. Sie hatten mehrere riesige Schablonen dabei, auf denen stand:
“Das Salz zurück in die Erde“. Ein Buchstabe hatte dabei etwa die Größe einer Person. Der Schriftzug war gerade auf den Salzberg gemalt, da rückte die Polizei mit Fahrzeugen an und leuchteten zunächst den Wald aus. Der etwa 35 Meter lange Schriftzug wurde entdeckt und die Aktivisten vorübergehend festgenommen. Nach Feststellung der Personalien konnten die Salzbergbemaler gehen. Eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch und „Sachbeschädigung“ wurde angekündigt. Die Aktivisten möchten mit ihrer Aktion genau das deutlich machen, was auf dem Schriftzug zu lesen ist: „- Das Salz zurück in die Erde-. Gorleben ist als Endlager aus mehreren Gründen ungeeignet. Es muß eine alternative Standortsuche erfolgen. Sofort“.
Fotos folgen.

Die Aktionswoche „Gorleben versalzen“ geht noch bis zum 17. Juni. Es gibt ein Camp in Gedelitz, nahe Gorleben. Weitere Infos unter: http://www.gorleben-versalzen.de/








4 Fotos : www.publixviewing.de

Mittwoch, 25. Mai 2011

Gorleben versalzen Aktionen vom 10. bis zum 17. Juni 2011

Pfingsten wird Gorleben versalzen!

Wir leisten Widerstand gegen den Endlagerschwarzbau mit entschlossenen Aktionen vom 10. bis zum 17. Juni 2011

Die Bauarbeiten im Salzstock Gorleben sind zu 90% abgeschlossen und es wird unter Hochdruck weiter gearbeitet. In 3 Schichten. 24 Stunden am Tag. In Gorleben wird gerade ein Endlager fertig ausgebaut! Die Öffentlichkeit wird durch Anwendung des Bergrechts von dem Verfahren komplett ausgeschlossen.

Die Atomenergiekonzerne machen an JEDEM TAG pro Atomkraftwerk 1 MILLION EURO Gewinn. Wir bestehen darauf, dass das Betreiben eines AKW UNVERANTWORTLICHES, UNKALKULIERBARES RISIKO darstellt.

Atomanlagen weltweit sofort stilllegen!



Der Atommüll muss eines Tages schließlich irgendwo hin. Kritische Wissenschaftler bestehen auf einem Neuanfang der Atommülllager-Suche, nach zuvor festgelegten Kriterien unter Ausschluss von Gorleben.

Es ist SKRUPELLOS, den Atommüll in Gorleben zu VERSENKEN!

Das Beispiel der absaufenden Asse macht deutlich, das Prinzip verbuddeln und vergessen funktioniert nicht. Verantwortung übernehmen heißt zuerst einmal zugeben, dass es keinen Plan gibt.
Wir fordern die sofortige Einstellung aller Bauarbeiten im Salzstock und die Abkehr von Gorleben als Standort für ein Endlager.

Die Fata Morgana Endlager Gorleben wie eine Seifenblase zerplatzen lassen!

  • CAMP IN GEDELITZ AB DEM 10. JUNI
  • MAHNWACHE AUF DEM SALINAS-GELÄNDE
  • AKTIONEN AB PFINGSTEN BIS 17. JUNI

Aktuelle Infos unter: http://www.gorleben-versalzen.de/

Sonntag, 13. März 2011

Video: Besetzung des Salzstock Gorleben Geländes /13.3.11

Protest aus Anlasse der Fukushima-Katastrophe - 13. März 2011
Fotos: www.PubliXviewinG.de


Der atomare GAU in Japan zog am Sonntag rund 500 Atomkraftgegner zum allsonntäglichen Spaziergang rund um das Erkundungsbergwerk. Doch dieses Mal blieb es nicht beim Spaziergang: rund 20 Traktoren und hunderte Demonstranten öffneten die Tore und ließen sich im Schachgelände für einige Zeit nieder.
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Ein Video von Graswurzel-tv bei YouTube

Ein Film von http://www.graswurzel.tv 3.41min
Schnitt: Kina Meyer
Kamera: Kina Meyer

Sonntag, 24. Oktober 2010

DDR-Akten bringen Gorleben ins Wanken /20.10.10

LENZEN/GORLEBEN - Wie riskant wäre ein atomares Endlager in Gorleben für Lenzen und die gesamte Prignitz? Die Bundestagsfraktion der Linken hält es für nicht kalkulierbar und warnt. Dabei beruft sie sich auf Recherchen des "Gorleben Untersuchungsausschuss des Bundestages" (UA) in dem ihre Abgeordnete Dorotheé Menzner mitarbeitet. Die größte Gefahr für ein mögliches Endlager gehe von einem Erdgasvorkommen unter dem Salzstock aus.

Dieses wurde bereits von der DDR in den 60er Jahren erkundet, denn der Salzstock erstrecke sich bis weit in die Prignitz hinein. Die Ergebnisse einschließlich einer Bohrturmexplosion am 25. Juli 1969 bei Lenzen seien als geheime Verschlusssache über Jahrzehnte hinweg der Öffentlichkeit vorenthalten worden - auch nach dem Mauerfall. Erst der Untersuchungsausschuss konnte einiges Enthüllen, sagt Dieter Schaarschmidt, Referent der Linkspartei für den UA.

"Auf jeden Fall dürfen die Arbeiten in Gorleben nicht wieder aufgenommen werden, bevor die Bedeutung der geheimen DDR-Akten für die Eignung Gorlebens nicht restlos geklärt ist", fordert Dorotheé Menzner. Sie habe mit ihrer Nachfrage zum Bohrunglück beim Bergamt Stralsund den Stein ins Rolle gebracht. Dass diese Akten noch heute, nach über 40 Jahren, geheim gehalten werden, habe selbst sie verblüfft, so Schaarschmidt, der die Unterlagen einsehen konnte.

Knackpunkt der bisherigen Recherchen sei die Bohrakte E-Rambow 12/69 von Stralsund. Über die Gasexplosion 1969, ihre Ursache und Folgen stehe in diesem Bericht zwar kein Wort, sagt der Referent und vermutet, dies sei den Stasi-Akten vorbehalten, denn neben der geheimen Rohstoffsuche befand sich der Bohrturm zusätzlich im Grenz-Sperrgebiet, nur etwa einen Kilometer von der Elbe entfernt. Dafür seien in der Akte alle geologischen und bohrtechnischen Daten festgehalten: 92 Meter vor der geplanten Endteufe wurde in 3347,7 Meter Tiefe das Carbonat, der Gas-Laugen-Horizont angebohrt. Mit einem Druck von über 600 bar schoss das Gas-Gasolin-Laugengemisch nach oben und führte zur Eruption.

Der Geologe Prof. Klaus Duphorn kenne die Aktenlage seit längerer Zeit und warne ebenfalls vor den Gefahren. Nach seiner Zeugenaussage im UA habe Dieter Schaarschmidt mit ihm sprechen können: "Wenn bereits in 3300 Meter Tiefe im Salzstock größere Gas-Gasolin-Gemische anstanden, dann bedeutet dies für ein Atommülllager in diesem Salzstock den Todesstoß, sagte er mir." Die Bohrprotokolle würden belegen dass im geplanten Einlagerungshorizont zwischen 800 und 1200 Meter Tiefe, als auch im Bereich bis über 3000 Meter Tiefe, zerklüftete Anhydritschichten für eine Durchlässigkeit von Wasser und Lauge, als auch Gasen und flüssigen Kohlenwasserstoffen sorgen könnten. Damit sei das geplante Atommülllager durch Gebirgsschlag gefährdet.

Sonntag, 19. September 2010

Kirche wehrt sich gegen mögliche Enteignung in Gorleben - Propst sieht Grundbesitz als Unterpfand /14.09.10

Kirche wehrt sich gegen mögliche Enteignung in Gorleben - Propst sieht Grundbesitz als Unterpfand

Hannover/Berlin (epd). Die hannoversche Landeskirche will ihre Kirchengemeinden im Streit gegen eine mögliche Enteignung ihrer Grundstücke in Gorleben unterstützen. "Wir haben mit Verwunderung die Ankündigungen der Bundesregierung zur Kenntnis genommen", sagte der stellvertretende Landesbischof Hans-Hermann Jantzen am Dienstag dem epd in Hannover. "Das können und werden wir nicht einfach so hinnehmen." Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) plant, Grundbesitzer zu enteignen, wenn sie sich gegen eine weitere Erkundung des Salzstocks in Gorleben als atomare Endlagerstätte wehren.

In der ostniedersächsischen Region sind neben zahlreichen Landbesitzern auch vier evangelische Kirchengemeinden von einer Enteignung bedroht. "Wir haben den Gemeinden Rechtsbeistand zugesagt, damit sie sich wehren können", sagte Jantzen, der auch Regionalbischof im Sprengel Lüneburg ist. "Ich bedauere, dass sich die Bundesregierung in eine Sackgasse hat manövrieren lassen. Es scheint so, als habe sich die Atomenergie-Wirtschaft auf ganzer Linie durchgesetzt."

Der evangelische Propst des Kirchenkreises Lüchow-Dannenberg, Stephan Wichert-von Holten, sagte dem epd, die Menschen im Wendland fühlten sich brüskiert und verunsichert. "So geht man nicht mit Menschen um", sagte der Theologe. Die Bundesregierung habe ihren Willen klar bekundet. Allerdings sei noch niemand mit den Kirchengemeinden in Verbindung getreten. "Daher müssen wir erst einmal abwarten."

Die Kirchengemeinden sähen das Grundgesetz auf ihrer Seite, betonte Wichert-von Holten. "Eigentum verpflichtet. Das Kirchenland ist unser Unterpfand für eine transparente Atompolitik." Die Kirche habe mehrfach festgestellt, dass Menschen überfordert seien mit dieser besonderen Technologie.

Die Landeskirche hat Jantzen zufolge bereits im Frühjahr das Gespräch mit dem Bundesumweltminister gesucht. "Doch leider hatte der Minister bislang noch keine Zeit für uns". Die Bundesregierung plant, ab Oktober den Salzstock weiter zu erforschen. Nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz ist keinesfalls sicher, ob er sich als Endlager für Atommüll eignet.

In den vergangenen zehn Jahren waren die Erkundungen gestoppt worden. Etliche Grundbesitzer und die Kirchengemeinden hatten bereits vor 20 Jahren ihre Zustimmung verweigert. Deshalb konnte bislang nur ein Teil des Salzstocks untersucht werden.

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen