Samstag, 18. September 2010

Aktionsform Massenblockade. Der neue Ungehorsam /10.09.10

Aktionsform Massenblockade
Der neue Ungehorsam

Heiligendamm, Dresden, Stuttgart – immer mehr Bürger wagen es, sich an Blockaden zu beteiligen. Auch die Anti-Akw-Bewegung wird profitieren. Wie kommt das?
VON KONRAD LITSCHKO

Es ist der Sommer 2007, als Tausende beschließen, im mecklenburgischen Heiligendamm die mächtigsten Regierungschefs der Welt zu umzingeln. Busseweise reisen sie an: Gewerkschafter, Autonome, Muttis, Alte. "Block G 8" lautet ihr Motto. Blockaden gegen neoliberale Globalisierung. Die Bilder: bunte Demonstranten-Schlangen, die durch Kornfelder ziehen. Vorbei an Polizei und Straßensperren, direkt vor den Zaun, hinter dem sich die Oberhäupter verschanzen. Es ist ein Sieg, mindestens ein symbolischer.

Und es ist der Startpunkt, an dem ein neuer ziviler Ungehorsam Einzug ins Bürgerliche hält. Nur wenige Wochen nach Heiligendamm blockieren Jenaer Einwohner mit ihrem SPD-Oberbürgermeister Albrecht Schröter ein Neonazi-Festival in der Stadt. In den folgenden Jahren vermiesen Massenblockaden in Köln, Dresden und Berlin rechte Aufmärsche. Studenten stürmen symbolisch Banken. Imker rupfen bei Feldbefreiungen Genmais aus der Erde. Und in Stuttgart versperren selbst Ärzte und Architekten die Baustellenzugänge zum neuen Großbahnhof.
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Diesen Esprit will sich jetzt auch die Anti-Atom-Bewegung zunutze machen. Bei der Großdemonstration in der kommenden Woche in Berlin soll eine fünfminütige Sitzblockade symbolisch auf den neuen Ungehorsam verweisen. Wenn dann im November der nächste Castor von der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague ins niedersächsische Zwischenlager Gorleben rollt, wird es ernst. Die "größte Anti-Atom-Manifestation in der Geschichte des Wendlands" kündigt die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg an. Große Sitzblockaden soll es geben. Außerdem wollen die Veranstalter eine neue Grenze testen: Ist der Bürger auch bereit, massenhaft Steine aus Gleisabschnitten zu entfernen? Die Kampagne Castor Schottern ruft dazu auf. Hunderte oder tausende Menschen sollen so den Atommüll-Transport stoppen.

"Es gibt einen Trend zur Blockade", konstatiert Protestforscher Dieter Rucht vom Wissenschaftszentrum Berlin. "Viele bürgerlich Orientierte trauen sich heute Dinge, die sie vor zehn Jahren noch nicht gewagt hätten." Schleichend habe sich ein Wandel vollzogen hin zur Aufmüpfigkeit. Der Deutsche führe nicht mehr nur aus, was der Berufspolitiker beschließt, sagt Rucht. "Er hinterfragt mehr, geht öfter auf die Straße." Zivilen Ungehorsam, auch mit bürgerlicher Beteiligung, hat es in Deutschland schon früher gegeben: Mutlangen, Brokdorf, Startbahn West. Der neue Widerstand der Mitte aber ist anders. Weil er sich nicht aus seiner Radikalität speist, sondern aus der Kraft der Masse. Weil er nicht mehr gegen das Gesetz arbeitet, sondern mit dem Gesetz. Ziviler Ungehorsam, so heißt es in einem Strategiepapier des Jenaer Aktionsnetzwerks, habe "den Charakter einer nachdrücklichen Aufforderung" zur Beseitigung schwerwiegender politischer Mängel. Er sei damit "eine Form des aktiven Verfassungsschutzes". Der Bürger ermächtigt sich zum Korrektiv der regierenden Politik. Vielleicht nicht legal, aber legitim, heißt seine Divise. Noch nicht legal.

Es sei im Grunde der Aktionskonsens von Heiligendamm, der bis heute Gültigkeit besitze, sagt Henning Obens. Der 31-Jährige war 2007 "Block G 8"-Aktivist, engagiert sich heute bei "Avanti", dem undogmatischen Autonomen-Flügel. Der aktuelle Widerstand ziele nicht mehr auf Schlachten ab, sondern auf Verlässlichkeit und ein berechenbares Aktionsniveau, so Obens. Oberster Konsens: keine Eskalation, keine Gewalt - auch das unterscheidet Jena von Brokdorf. Keine Aufspaltung in "gute" und "böse" Demonstranten. Der massenhafte Gesetzesübertritt wird im Vorfeld öffentlich angekündigt und geprobt. Bisher hält der Konsens: Auch Autonome setzen sich mit in die Massenblockaden - friedlich. Es gebe ein "neues Vertrauen" zwischen Bürgerlichen und Radikalen, bemerkt Obens. "Viele Bürgerliche haben gemerkt, dass traditionelle Proteste verpuffen. Mit den Blockaden gibt es Exempel, dass Widerstand effektiv etwas ändert."

Dem neuen Protest genügt es nicht mehr, nur zu mahnen - er will die Missstände gleich selbst beseitigen. Dafür geht er weit: Blockaden können vor Gericht als Nötigung geahndet werden. Trotzdem, bemerkt Protestforscher Rucht, habe die "scharfe Kriminalisierung" des zivilen Ungehorsams abgenommen. "Damit verbreitet sich das Gefühl, dass man nicht mehr so viel riskiert." Auch weil sich längst Prominente an die Spitze der Blockaden setzen: Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Thierse in Berlin, Schauspieler Walter Sittler in Stuttgart, Liedermacher Konstantin Wecker in Dresden. Aber setzt der massenhafte zivile Ungehorsam - per definitionem das letzte Mittel, wenn alle anderen Mittel ausgeschöpft sind - nicht auf Inflation und damit auf den Verlust seiner Warnfunktion? Steht da nunmehr Symbolik vor strukturellem Wandel? Avanti-Aktivist Henning Obens verneint. Man artikuliere ja weiterhin klare Forderungen. "Und Bewegungen können von ihren Erfolgen nur profitieren. Der kollektive Ungehorsam hat unsere Handlungsspielräume deutlich erweitert."

Dass die bürgerliche Bereitschaft zum gewaltfreien Aufstand auch zum massenhaften Anti-Atom-Schottern reicht, daran hat zumindest Bewegungsforscher Dieter Rucht seine Zweifel. "Es hat eine andere Qualität, sich auf eine Straße zu setzen oder aktiv Steine aus einem Gleisbett zu entfernen." Anti-Atom-Aktivist Jochen Stay verweist dagegen auf die lange Tradition zivilen Ungehorsams im Wendland: Treckerblockaden, Gleisbesetzungen, angekündigte Schienendemontagen. "Die Anti-Atom-Bewegung war noch nie so stark wie heute", bemerkt Stay. Inzwischen sei die Protesterfahrung groß. Damit steige auch der Anteil derer, die bereit seien, den Schritt zum Widerstand zu gehen.

Die Zahlen geben Stay Recht. 120.000 Protestierer kamen im April zu einer Menschenkette gegen die schwarz-gelben Atompläne. Zehntausende wollen am kommenden Samstag mit einer Großdemonstration in Berlin das Regierungsviertel umzingeln. Dass Schwarz-Gelb letzte Woche Laufzeitverlängerungen um acht bis vierzehn Jahre verkündet, wird der Mobilisierung Auftrieb geben. Viele, die in den siebziger und achtziger Jahren zuletzt gegen Atompolitik auf die Straße gingen, seien jetzt wieder dabei, sagt Jochen Stay. Und Junge dazu.

Auch der G-8-Blockierer Henning Obens fährt diesmal wieder ins Wendland, erstmals seit 1997. "Es geht wieder um was, die Klimafrage ist einer der zentralen gesellschaftlichen Konflikte." Und ja, er könne sich auch vorstellen, "mitzuschottern". Es spricht viel dafür, dass er dabei nicht allein bleiben wird. Dass die Masse auch im Wendland von ihrem neu entdeckten Ungehorsam Gebrauch machen wird.

Freitag, 17. September 2010

Video: Laufzeitverlängerung, weniger Sicherheit für Altreaktoren /9.09.10

Etikettenschwindel Laufzeitverlängerung
Weniger Sicherheit für Altreaktoren

Dieses Video ist bei YouTube online gestellt worden.
Ein TV-Beitrag des WDR Monitor vom 9. Sept. 10, 9:50min.
Bericht: Jan Schmitt, Markus Schmidt

Sonia Seymour Mikich: "Die Laufzeitverlängerung - sie ist wahrscheinlich der größte Erfolg einer Industrielobby jemals in Deutschland. Beim Atomkompromiss vom Sonntag schwärmte Kanzlerin Merkel von der "Revolution", Minister Westerwelle von der "epochalen Bedeutung", Minister Röttgen vom "weltweit einzigartigen Konzept." Die eigene heiße Luft ließ die Regierung ganz hoch abheben. Fakt ist, die Dinosaurier-Technologie darf weitermachen. Aber, aber, die deutschen AKWs sind doch die sichersten der Welt! Und hat die Regierung den Betreibern nicht zusätzlich teure Auflagen vorgegeben? Jan Schmitt und Markus Schmidt enthüllen, wie sich E.on, Vattenfall, EnBW und RWE freuen dürfen über milde Sicherheitsvorgaben. Spart ihnen viel Geld."

Und das sind die Fakten: Keines der 17 deutschen Kernkraftwerke bietet baulichen Schutz vor Terroranschlägen aus der Luft mit Passagierflugzeugen. Keines der 17 deutschen Kernkraftwerke bietet im Falle einer Kernschmelze Schutz vor Verstrahlung der Umwelt. Und alle 17 deutschen Kernkraftwerke wären heute - nach dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik - nicht mehr genehmigungsfähig. Wollte man sie auch nur annähernd auf den aktuellen Stand bringen, wären Investitionen in Höhe von 20 Milliarden Euro notwendig. Das hat das Bundesumweltministerium selbst errechnet. Wie notwendig diese Investitionen in die Sicherheit wären, belegen Zahlen des Bundesamtes für Strahlenschutz. Die Strahlenschützer haben Störfälle in den deutschen Atomanlagen untersucht.
Quelle: WDR Monitor

AKW-Gegner wollen Schienen schottern /8.09.10

Protest gegen Castor-Transport
AKW-Gegner wollen Schienen schottern

Ein Bündnis aus 40 linken Gruppen will das Gleisbett für den Castor-Transport unbenutzbar machen. Mit diesem bewussten Rechtsbruch wollen sie "der Atomlobby den Boden entziehen".
VON MARTIN KAUL

BERLIN taz | Nachdem die Regierung ihre Atompläne verkündet hat, nimmt der Anti-AKW-Widerstand auch in der außerparlamentarischen Opposition neue Formen an. Neben den zahlreichen bereits angekündigten Anti-Atom-Protesten in den kommenden Wochen rufen nun rund 40 linke Gruppen aus ganz Deutschland dazu auf, beim Castor-Transport im November mit massenhaften Gleissabotagen entschlossenen zivilen Ungehorsam zu leisten.

In einer gemeinsamen Erklärung heißt es: "Mit unserem Schottern wollen wir der Atomlobby jenen Boden entziehen, auf dem sie ihren Müll gegen den Willen der Bevölkerung durch die Lande prügeln lässt. Das Loch im Bahndamm wird öffentlich sichtbar machen: Es gibt keine gesellschaftliche Basis, die diese Transporte als wesentlichen Bestandteil für den Weiterbetrieb von Atomanlagen trägt." Ziel der Aktion seien lediglich Gleisabschnitte, die ausschließlich zum Castor-Transport und nicht auch zu anderem Schienenverkehr benutzt würden.

Dass AtomkraftgegnerInnen bei Castor-Transporten vereinzelt das Gleisbett stürmen, ist nicht neu. Neu hingegen ist, dass der Rechtsverstoß kollektiv und öffentlich organisiert wird. "Wir wissen, dass diese Aktion nicht vom Bürgerlichen Gesetzbuch gedeckt ist. Aber sie ist eine notwendige und legitime Handlung, um der menschengefährdenden Atomtechnologie Einhalt zu gebieten", sagte etwa Tadzio Müller, einer der SprecherInnen der Kampagne.

Getragen ist der Schottern-Aufruf von einem breiten Bündnis. Zu den AktivistInnen zählen zahlreiche Gruppen aus dem Spektrum der Interventionistischen Linken sowie die Linksjugend Solid, aber auch AktivistInnen wie Alexis Passadakis aus dem Attac-Koordinierungskreis, Monty Schädel, Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen oder der Gewerkschafter Peter Schrott, stellvertretender Ver.di-Vorsitzender im Landesbezirk Berlin/Brandenburg. Neben dem Liedermacher Hannes Wader unterstützen auch Wissenschaftler wie die Politologen Ulrich Brandt aus Wien, Peter Grottian aus Berlin und der Philosoph Michael Brie den Aufruf. Gemeinsam wollen sie mit ihrem Namen auf die Legitimität dieser Protestform hinweisen.

Anders als bei Sitzblockaden auf Straßenkreuzungen dürfte die Staatsgewalt beim Castor-Transport insbesondere Respekt vor den wurffähigen Schottersteinen haben, die oft massenhaft in den Gleisbetten im Wendland liegen. Hässliche Szenen von Steinschlachten in Waldgebieten kann aber die Anti-Atom-Bewegung nicht gebrauchen. "Bei den Aktionen in der Vergangenheit haben Zehntausende von AktivistInnen Mut und Entschlossenheit bewiesen, sich nicht von der Polizei provozieren zu lassen, sondern unbeirrt und entschlossen ihr Aktionsziel zu verfolgen", sagte Mischa Aschmoneit von der Schotter-Kampagne.
Quelle: taz.de

Die Zwischenlager werden randvoll /8.09.10

Entsorgung von Atommüll
Die Zwischenlager werden randvoll
Alexander Mäder

Stuttgart - Wenn Castorbehälter unter Polizeischutz nach Gorleben transportiert werden, dann werden sie nicht unter Tage im Salzstock gelagert, sondern in einer großen Halle, dem Transportbehälterlager. Von den fünf bis sechs Meter hohen und jeweils etwa 120 Tonnen schweren Tonnen sind bisher 91 dort untergebracht. 420 Stellplätze sind vorhanden. Das Lager Ahaus nahe der niederländischen Grenze ist noch einmal so groß.

Genügt der Platz für den Atommüll, der nun durch die Laufzeitverlängerung zusätzlich anfällt? Ja, wenn man die zwölf dezentralen Zwischenlager hinzuzählt, die in der Nähe von Atomkraftwerken in ganz Deutschland errichtet worden sind. Zusammengenommen bieten die Lager Platz für fast 21.800 Tonnen strahlender Schwermetalle. Das Bundesamt für Strahlenschutz rechnet nach dem Atomkompromiss vom Sonntag mit rund 21600 Tonnen.

Zwischenlager nicht für die Ewigkeit

Doch erledigt ist die Entsorgung damit keineswegs, denn die Zwischenlager sind nicht für die Ewigkeit gebaut. Die beiden Lager in Baden-Württemberg in Philippsburg und Neckarwestheim, die zusammen 300 Castorbehälter aufnehmen können, sind für 40 Jahre genehmigt worden. Die Kommunen haben sich bereits dagegen verwahrt, dass die Frist verlängert wird. Auch die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) hat die Zwischenlagerung als "zweite Wahl" bezeichnet und dringt auf ein Endlager.

Hinzu kommt, dass neben dem hochradioaktiven auch schwachradioaktiver Müll anfällt: Früher waren es durchschnittlich 4250 Kubikmeter im Jahr. Dieser Müll umfasst keine Brennelemente, sondern vor allem abgenutzte Bauteile aus Atomkraftwerken. Derzeit gibt es rund 60-mal so viel schwach- wie hochradioaktiven Abfall. Er wird im Schacht Konrad bei Salzgitter endgelagert werden; die Anlage soll in vier Jahren betriebsbereit sein.

Um zu verdeutlichen, welches Zusatzproblem durch die längeren Laufzeiten auf das Land zukommt, vergleichen Umweltschützer die Abfallmengen vor und nach dem Atomkompromiss. Bisher hat das Bundesamt für Strahlenschutz bis zum Ende der Atomenergie mit 17.600 Tonnen radioaktiver Schwermetalle gerechnet. Nun werden es 25 Prozent mehr. Die Deutsche Umwelthilfe rechnet vor, dass nun bis 2040 jedes Jahr rund 400 Tonnen hochradioaktiver Müll anfallen. Und Greenpeace verweist darauf, dass sich der Atommüll, der von heute an noch anfallen wird, durch die längeren Laufzeiten verdreifacht.

Ziviler Ungehorsam ist Teil der Demokratie /24.08.10

Ziviler Ungehorsam ist Teil der Demokratie
Vielleicht nicht legal, aber legitim

KOMMENTAR VON MARTIN KAUL

Bei der Bewertung gesellschaftlicher Fragen ist es manchmal nötig, zwischen juristisch legalen und moralisch legitimen Abwägungen zu unterscheiden. Fragen wir also: ist es legitim, in Folge moralischer Abwägungen auch eine Straftat zu begehen? Die Antwort ist: kommt darauf an. Kann nun aber das Schottern von Gleisbetten beim Castor-Transport legitim sein? Ich meine: ja.

Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung lehnt die Atomkraft ab. Vor dem Hintergrund einer skandalösen Vorgeschichte ungeklärter Fragen und vertagter Antworten - etwa zur Endlagerfrage - gründet diese Ablehnung nicht auf einem Bauchgefühl, sondern ist rational und begründet. Bei der Entscheidung für Gorleben wurde getäuscht, bei der Suche nach Lagermöglichkeiten gewartet - und noch immer ist keine Lösung in Sicht. Stattdessen diskutiert die Bundesregierung lediglich darüber, um wie viele Jahrzehnte sie die gefährlichen AKWs weiter strahlen lassen will, obwohl es längst Alternativen gibt.

Da zeugt es von einem gesunden Demokratieverständnis, wenn BürgerInnen bereit sind, auch persönliche Risiken in Kauf zu nehmen, um der Bundesregierung Beine zu machen, ihrer Verpflichtung nachzukommen und eine Lösung für das Problem zu finden. Dazu zählen auch die Pläne, die Gleisbetten beim Castor-Transport friedlich und massenhaft vom Schotter zu befreien. Solange gewährleistet bleibt, dass der Protest gegen die Castor-Transporte friedlich bleibt und sich die Gewalt zu keinem Zeitpunkt gegen Polizeibeamte, sondern ausschließlich gegen den Schotter richtet, können solche Aktionen legitim sein, auch wenn es sich dabei - streng juristisch betrachtet - um Straftaten handeln könnte.

Die Abwägung, ob solche Protestformen sinnvoll und gerechtfertigt sind, muss jeder im konkreten Einzelfall moralisch für sich selbst treffen. Eine Gesellschaft lebt von denkenden Einzelnen. Das gilt auch für zivilen Ungehorsam.



 






Zur Website Castor Schottern http://www.castor2010.org/