Sonntag, 28. November 2010

Castor kommt früher nach Lubmin /16.11.10

Der 16. Dezember ist nun der Tag X für den Castor-Transport durch Mecklenburg-Vorpommern. Das berichtet die "Ostsee-Zeitung", die sich dabei auf führende Mitglieder der Landesregierung beruft. Eine Sprecherin des Innenministeriums wollte den Termin gegenüber NDR 1 Radio MV nicht kommentieren - aus Sicherheitsgründen. Eigentlich hatten Atomkraftgegner erst in der Woche vor Weihnachten mit dem Transport im Nordosten gerechnet. Sie hatten deshalb für den 18. Dezember eine Großdemonstration in Greifswald geplant. Auch danach sollte es weitere Aktionen geben.
Neun Castorbehälter werden erwartet

Dem Bericht zufolge werden zunächst vier Castorbehälter mit hochradioaktiven Brennstäben ins atomare Zwischenlager Nord nach Lubmin gebracht. Weitere fünf Castoren sollen im nächsten Frühjahr ankommen. Am Mittwoch wird sich der Landtag auf Antrag der Linken mit dem Thema beschäftigen. Es geht um Befürchtungen, aus dem Zwischenlager könnte ein Endlager werden. Das ist auch die Sorge von Atomkraftgegnern beim Zwischenlager Gorleben.

Atomkraftgegner gegen Castor-Transport nach Russland /15.11.10

Angesichts des Widerstandes in den Stadtstaaten Hamburg und Bremen sehen Atomkraftgegner keine Möglichkeit für den umstrittenen Castor-Transport aus dem Zwischenlager Ahaus nach Russland.
„Ohne Hafen sind die Castor-Transporte nach Russland nicht durchführbar“, sagte Felix Ruwe von der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ am Montag. „Es ist nun an der Zeit, dass Bundesumweltminister (Norbert) Röttgen einsieht, dass der Atommüllexport nach Russland unverantwortbar und nicht durchsetzbar ist.“

Der Hamburger CDU/Grüne-Senat will nicht dulden, dass der geplante Atommülltransport ins russische Majak über den Hafen der Hansestadt abgewickelt wird. Das machte Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU) am Freitag klar. Zuvor hatte Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) mitgeteilt, dass sich die zuständige Kommission für Hamburg als Umschlagshafen entschieden habe. Ursprünglich waren auch Bremerhaven und Bremen im Gespräch – dagegen hatte der kleinere Stadtstaat aus Sicherheitsgründen massive Bedenken geltend gemacht. Die Bremer Bürgerschaft hatte darüber hinaus vergangene Woche beschlossen, generell keine Atomtransporte in den eigenen Häfen mehr dulden zu wollen.

Bei dem geplanten Transport geht es um Atommüll aus dem früheren DDR-Kernforschungszentrum Rossendorf bei Dresden. Sachsen hatte die rund 950 Brennelemente im Frühjahr 2005 mit 18 Castor-Behältern nach Ahaus bringen lassen, da Rossendorf als Zwischenlager nicht zugelassen war. Von dort aus soll die atomare Fracht nun in den russischen Atomkomplex Majak im Südural gebracht werden. Das Gelände gilt zusammen mit der Region Tschernobyl als am stärksten radioaktiv verstrahlter Ort der Erde. Einen konkreten Termin für den Transport gibt es nach Angaben der Bundesregierung bislang nicht.

Nach Angaben der Atomkraftgegner formiert sich breiter Widerstand gegen den Castor-Export. „Immer mehr deutsche Initiativen unterstützen den Offenen Brief russischer Umweltschützer an Kanzlerin Merkel, den Atommüllexport zu verbieten. Hier entwickelt sich eine große deutsch-russische Solidaritätswelle. Gemeinsam werden wir diesen hochriskanten Atomdeal stoppen“, zeigte sich Matthias Eickhoff vom „Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen“ überzeugt.

Castor-Polizisten kamen auch aus Kroatien, Polen und Holland /13.11.10

Hannover (dpa) - Nach dem Streit um den handfesten Einsatz eines französischen Polizisten beim Castor-Transport in Niedersachsen ist bekanntgeworden, dass auch Beamte aus Kroatien, Polen und den Niederlanden im Wendland dabei waren. Anders als die französischen Elitepolizisten seien diese Beamten aber bei den niederländischen Behörden angemeldet gewesen, sagte Innenministeriumssprecher Klaus Engemann am Samstag.

Von der Anwesenheit uniformierter französischer Beamter habe die Einsatzleitung erst während des laufenden Castortransports von dem französischen Verbindungsbeamten in Deutschland erfahren. Koordiniert worden sei der Einsatz der Franzosen am vergangenen Wochenende von der Bundespolizei. Von dort gelangten Informationen zu den französischen Beamten nicht zu den niedersächsischen Behörden.

Bei Großeinsätzen seien Beamte aus anderen Ländern regelmäßig als Gäste dabei, sagte Engemann. Während die Kroaten in Polizeikleidung, aber ohne Helm und Waffen kamen, trugen die Polizisten aus den Niederlanden und Polen Zivilkleidung.

Der mit einem Schlagstock ausgerüstete Franzose war gegen einen auf den Schienen liegenden Demonstranten vorgegangen. Nach Darstellung des Bundesinnenministeriums war er einem deutschen Beamten in einer Notsituation zur Hilfe geeilt....

Kritiker kapern Website der Atomlobby / 9.11.10

Hacker haben sich des Internetangebotes des Deutschen Atomforums bemächtigt. Die Internetpräsenz musste vom Netz genommen werden.

Der Zeitpunkt war bewusst gewählt: Just als die Castor-Behälter nach ihrer 92-stündigen Reise aus Frankreich in Gorleben eintrafen, schlugen die Hacker zu. Mit einer kernkraftkritischen Botschaft versahen sie die Website des Deutschen Atomforums, der größten deutschen Lobbygruppe für Kernenergie.
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Normalerweise preist sie die Vorzüge der Kernkraft. Zu der Zeit jedoch, als das Fernsehen zeigte, wie die Behälter mit Atommüll über die Zufahrtsstraße des Lagers rollten, prangte beim Atomforum der Satz: "Kernenergie – so sicher wie diese Website." Stolz berichteten es Internetforen wie castorticker.de. Später tauchten Screenshots auf, die einen entflammten Computerbildschirm zeigen und das grinsende Maskottchen der Atomgegner mit einem Streichholz in der Hand.

Besonderer Witz: Auf den Castor-Behältern selbst war als Werbung groß die Internetadresse gedruckt.

Atomkraftkritische Hacker hätten am Vormittag die Website besetzt, bestätigte der Geschäftsführer des Atomforums, Dieter H. Marx ZEIT ONLINE.

Auf Twitter und anderswo reagierten die Nutzer zufrieden, teils auch mit Schadenfreude. Ganz anders in Berlin. Man erwäge, Strafanzeige zu erstatten, sagte Marx. "Das ist ein rechtswidriger Akt, über den wir nicht amüsiert sind."

Am Mittag versuchten Techniker des Verbandes noch herauszufinden, woher die Attacke kam und wie sich die Hacker Zugang verschafft hatten. Online werde die Website erst wieder gehen, wenn sämtliche Sicherheitslücken beseitigt sind und sie technisch einwandfrei läuft, sagte Marx.

Rückschau des Castortranspotes nach Gorleben / 12.11.10

Nach 92 Stunden hat der Castor-Transport sein Ziel im niedersächsischen Gorleben erreicht. Der Transport des Atommülls dauerte 13 Stunden länger als geplant.
Kein Castor-Zug ist jemals so lange unterwegs gewesen wie der Transport 2010. Nach etwa 92 Stunden ging am Dienstag gegen 9.50 Uhr der Atommüll-Transport von der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague ins niedersächsische Gorleben zu Ende. Damit hat der Transport hochradioaktiven Atommülls 13 Stunden länger gedauert als der bisherige aus dem Jahr 2008.

Wir haben unter folgendem Link einige Fotos, Videos und Onlineberichte über den Castortransport für euch zusammengefasst. (klick)