Sonntag, 29. Mai 2011

100 Prozent Ökostrom im Wendland /6.05.11

Ziel erreicht: 100 Prozent Ökostrom
Von REIMAR PAUL

Gorleben. Schon die Bewohner der "Republik Freies Wendland" hielten es mit den erneuerbaren Energien. Hunderte Umweltschützer besetzten vor 31 Jahren im Gorlebener Wald aus Protest gegen Bohrungen im Salzstock eine Lichtung und und errichteten ein Dorf aus Holz und Lehm. Neben Gärten, Gewächshäusern und Schweineställen durften dabei auch ein mit Windkraft betriebener Tiefbrunnen und eine Solar-Warmwasseranlage zum Duschen nicht fehlen.

Auch später ließen es die Lüchow-Dannenberger und ihre auswärtigen Unterstützer nicht beim Demonstrieren gegen die geplanten und später zum Teil auch gebauten Atomanlagen bewenden. "Wir wollten auch zeigen, wie man es anders und besser machen kann", erinnert sich Widerstandsveteranin Lilo Wollny. Die 84-Jährige, die damals in der Küche der "Republik Freies Wendland" half, dort die Essensspenden der Bevölkerung verwaltete und 1986 auf Listenplatz eins der niedersächsischen Grünen für vier Jahre in den Bundestag einzog, setzte sich seit Anbeginn dafür ein, das Wendland zu einer Modellregion für Alternativenergien zu entwickeln. Ein solches Vorhaben, mahnte Wollny, dürfe nicht an die großen Stromkonzerne delegiert werden. Der Start in eine selbst organisierte atom- und kohlestromfreie Zukunft war allerdings zäh und holperig. Es dauerte bis 1996, dass auf dem Jeetzeler Berg bei Lüchow die erste Bürger-Windkraftanlage namens Wendolina in Betrieb ging. Drei Jahre später formulierten Vereine und Bürgerinitiativen aus dem Wendland das ehrgeizige Ziel, bis 2015 eine Stromversorgung ausschließlich durch regenerative Energien auf die Beine zu stellen.

"Es ging zuletzt aber alles viel schneller als gedacht", erzählt Sabine Carnap, die Vorsitzende des Vereins "Wenden-Energie". Denn bereits jetzt kann sich das Wendland zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen versorgen. Die im Landkreis Lüchow-Dannenberg aufgestellten Windräder, Fotovoltaik- und Biogasanlagen produzieren jährlich rund 300 Millionen Kilowattstunden Strom. Diese Menge entspricht etwa dem Stromverbrauch im Kreisgebiet, wie aus Zahlen des Versorgers E.ON-Avacon hervorgeht. 2010 habe man sogar schon überschüssigen Öko-Strom ins Netz gespeist und "exportiert", sagt Carnap.

Dass das 100-Prozent-Ziel erreicht wurde, ist seit 30. April amtlich. An diesem Tag hatten "Wenden-Energie" sowie die meist genossenschaftlich oder als Verein organisierten Betreiber von Windrädern und Biogasanlagen aus der Region zu einem Tag der erneuerbaren Energie eingeladen. Den dort vorgetragenen Referaten zufolge sind Bioenergie, Solarstrom und Windkraft vor allem in den vergangenen drei Jahren rasant angewachsen.

So waren bis Ende des Jahres 2010 im Kreis Lüchow-Dannenberg etwa 630 Fotovoltaikanlagen mit einer Leistung von insgesamt zehn Megawatt, 24 Biogasanlagen mit 15 Megawatt sowie 71 Windkraftanlagen mit 108 Megawatt Leistung am Netz. Sabine Carnap nennt auch zwei kleine Wasserkraftwerke, die in der Statistik noch gar nicht erfasst seien.

Rund zwei Drittel aller wendländischen Haushalte werden inzwischen mit regional erzeugtem Strom versorgt. In dem Dorf Jameln gibt es eine Biogastankstelle. In Püggen arbeitet eine Biogasanlage auf ökologischer Grundlage, die Häuser des Dorfes werden über ein Nahwärmenetz beheizt. In Gorleben produziert eine mittelständische Firma komplette Energiezentralen für Biogasanlagen, die in der ganzen Welt eingesetzt werden. Die Dannenberger Grundschule heizt mit Holzhackschnitzeln, die im Gartower Forst aus Durchforstungsholz gewonnen werden.

Neue Perspektiven

"Wir haben es geschafft, neue Perspektiven und neue regionale Wertschöpfung in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr zu realisieren", sagt die Ingenieurin Daniela Weinand vom Vorstand der Bioenergie-Region Wendland-Elbetal. Sie ist überzeugt, dass die 100-prozentige Versorgung mit erneuerbarer Energie nicht nur für die Umwelt Vorteile bringt, sondern auch eine nachhaltige Entwicklungschance für "unseren ländlich geprägten Raum" ist. Die Stromrebellen sehen ihr Projekt auch als ein Beispiel für nachhaltige Kreislaufwirtschaft, die das Geld in der Region hält. Ihr Ehrgeiz ist nach Erreichen des 100-Prozent-Ziels längst nicht gestillt. Sie wollen künftig noch weit mehr regenerativ erzeugten Strom ins Netz einspeisen und auf diese Weise etwas von der Solidarität zurückgeben, die sie im Widerstand gegen die Atomanlagen aus dem ganzen Land erfahren haben. Schon gibt es Pläne für eine große Solarstromanlage bei der Biomosterei Voelkel oder zum "Repowering"auf dem Jeetzeler Berg, dem Ersetzen der alten Windräder durch neue und leistungsstärkere.

In der auch bundesweit boomenden Erneuerbaren-Energie-Branche gilt Lüchow-Dannenberg längst als eine Art "Silicon Valley". Zusammen mit Bildungseinrichtungen im Kreis bietet die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg den innovativen Masterstudiengang Erneuerbare Energien an. Ein Schwerpunkt sind Exkursionen und Praxis-Seminare zu den Anlagen in der Region Lüchow-Dannenberg.
Quelle: http://www.weser-kurier.de

Sicherheitsdebatte um Gorleben neu entfacht /2.05.11

Ein Flugzeugabsturz auf das Zwischenlager Gorleben mit hoch radioaktivem Atommüll hätte keine katastrophalen Folgen für die Umgebung. Das sagt zumindest das Bundesumweltministerium. In einem Brief an den Landrat Jürgen Schulz (parteilos) in Lüchow-Dannenberg heißt es, es würde nicht zu erheblichen Freisetzungen radioaktiver Stoffe kommen. Auch das Fasslager für schwach- und mittelradioaktiven Müll sei sicher. Die Linksfraktion hat den Brief am Montag veröffentlicht.

Linke: Hohe Brandgefahr in Gorleben

"Es ist ein Skandal, dass das Ministerium vor einer notwendigen Neubewertung der Sicherheitsrisiken zu dem Schluss kommt, die beiden Lager in Gorleben seien auch bei einem Flugzeugabsturz sicher", empört sich der umweltpolitische Sprecher der Linksfraktion, Kurt Herzog. In dem Schreiben des Ministeriums hieße es, eine Neubewertung der Sicherheit einschließlich des "tolerierten Restrisikos" sei gegebenenfalls notwendig und sollte alle kerntechnischen Anlagen erfassen. Das sind den Linken "zu viele Konjunktive". Herzog wertet das Schreiben als gezielte positive Begleitmaßnahme des Ministeriums, um ein Endlager in Gorleben nicht zu gefährden. Er weist drauf hin, dass es im Zwischenlager Gorleben keine Kerosinablaufrinne gebe, wodurch die Branddauer erheblich steigen könnte. Außerdem seien bestimmte Behältertypen so konstruiert, dass sie im Falle eines Brandes als Brandbeschleuniger wirken würden.
Quelle: ndr.de

Petition gegen den Einsatz von Pfefferspray /25.5.11

Wir - die Göttinger Initiative "BürgerInnen beobachten Polizei und Justiz" - haben in den Bundestag eine Petition gegen den Einsatz von Pfefferspray eingebracht.

Diese Petition kann vom 25.05.2011 bis 07.07.2011 online unterschrieben / mitgezeichnet werden. Dazu müsst ihr euch auf der ePetitionen-Seite des Bundestages mit eurer E-Mail-Adresse registrieren. Der direkte Link zur Petition ist: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=17847

Unsere Forderung ist, den Einsatz von Pfefferspray seitens der Bundespolizei gegen Versammlungen, Menschenmengen und Einzelpersonen mit Ausnahme der Notwehr zu verbieten. Außerdem soll mittels eines Bundesgesetzes sowie im Rahmen der Innenministerkonferenz die selbe Einschränkung für die Länderpolizeien erwirkt werden.

Denn für Asthmatiker (5 % der Erwachsenen) und Allergiker (ca. 20 %), sowie für Menschen, die Beruhigungsmittel, Drogen sowie bestimmte Medikamente eingenommen haben, besteht ein erhebliches gesundheitliches Risiko. So ereigneten sich in Deutschland im Jahr 2009 mindestens drei Todesfälle nach einem Polizeieinsatz mit Pfefferspray, im Jahr 2010 ein weiterer und in diesem Jahr bereits einer. Von Verhältnismäßigkeit der polizeilichen Mittel kann keine Rede mehr sein, wenn z.B. eine Sitzblockade mittels Einsatz eines potentiell tödlichen Reizmittels aufgelöst wird. Pfefferspray soll deshalb künftig nur noch ausschließlich zur Abwendung unmittelbarer Gefahr für Leib und Leben der PolizistInnen erlaubt sein und dessen Verwendung dem Schusswaffengebrauch gleichgestellt werden.

Wenn bis zum 15.06.2011 50 000 Unterschriften eingegangen sind, dürfen wir unser Anliegen persönlich dem Petitionsausschuss des Bundestages vortragen (Quorum).

Wir wünschen uns für diese Petition viele, viele Unterschriften und große öffentliche Aufmerksamkeit für die Gefährlichkeit von Pfefferspray.

Also:
Weiterverbreiten und mitzeichnen!
Leitet diese Mail weiter, verlinkt unsere Schwerpunktseite zum Thema
(s.u.), twittert, schreibt bei Facebook, ?


Zum Weiterlesen

Unsere Schwerpunktseite zum Thema:
http://www.buerger-beobachten-polizei.de/thema-repression/pfefferspray

Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestags: "Pfefferspray - Wirkung und gesundheitliche Gefahren" vom 10. November 2010
http://www.bundestag.de/dokumente/analysen/2010/pfefferspray.pdf

Untersuchung der MdB Karin Binder: "Der Einsatz von Pfefferspray gegen Demonstranten durch Polizeikräfte" vom 16. März 2011
http://www.karin-binder.de/fileadmin/mdb-seiten/mdb-binder/2010-pdf-dok/Gutachten_-_Einsatz_von_Pfefferspray.pdf

Verurteilung eines Polizisten wegen "Körperverletzung im Amt". TAZ vom 31.03.2011
http://www.taz.de/1/zukunft/schwerpunkt-stuttgart-21/artikel/1/zahltag-fuer-rambo-polizisten

Chili statt ausgestreckter Hand
Erst seit der Jahrtausendwende als polizeiliches Zwangsmittel im Einsatz, spritzt die Polizei immer häufiger mit reizenden Substanzen. (?) "Und in den letzten Jahren gebe es "eine Dynamik hin zum Pfefferspray", hat Linken-Pfefferspray-Experte Schering beobachtet. "Statt Deeskalation, was ja mühsam und aufwändig ist, wird Pfefferspray gespritzt - wie Insektenspray". TAZ vom 04.05.2011
http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/chili-anstatt-ausgestreckte-hand

Mittwoch, 25. Mai 2011

Gorleben versalzen Aktionen vom 10. bis zum 17. Juni 2011

Pfingsten wird Gorleben versalzen!

Wir leisten Widerstand gegen den Endlagerschwarzbau mit entschlossenen Aktionen vom 10. bis zum 17. Juni 2011

Die Bauarbeiten im Salzstock Gorleben sind zu 90% abgeschlossen und es wird unter Hochdruck weiter gearbeitet. In 3 Schichten. 24 Stunden am Tag. In Gorleben wird gerade ein Endlager fertig ausgebaut! Die Öffentlichkeit wird durch Anwendung des Bergrechts von dem Verfahren komplett ausgeschlossen.

Die Atomenergiekonzerne machen an JEDEM TAG pro Atomkraftwerk 1 MILLION EURO Gewinn. Wir bestehen darauf, dass das Betreiben eines AKW UNVERANTWORTLICHES, UNKALKULIERBARES RISIKO darstellt.

Atomanlagen weltweit sofort stilllegen!



Der Atommüll muss eines Tages schließlich irgendwo hin. Kritische Wissenschaftler bestehen auf einem Neuanfang der Atommülllager-Suche, nach zuvor festgelegten Kriterien unter Ausschluss von Gorleben.

Es ist SKRUPELLOS, den Atommüll in Gorleben zu VERSENKEN!

Das Beispiel der absaufenden Asse macht deutlich, das Prinzip verbuddeln und vergessen funktioniert nicht. Verantwortung übernehmen heißt zuerst einmal zugeben, dass es keinen Plan gibt.
Wir fordern die sofortige Einstellung aller Bauarbeiten im Salzstock und die Abkehr von Gorleben als Standort für ein Endlager.

Die Fata Morgana Endlager Gorleben wie eine Seifenblase zerplatzen lassen!

  • CAMP IN GEDELITZ AB DEM 10. JUNI
  • MAHNWACHE AUF DEM SALINAS-GELÄNDE
  • AKTIONEN AB PFINGSTEN BIS 17. JUNI

Aktuelle Infos unter: http://www.gorleben-versalzen.de/

Castor: Beladung trotz fehlender Transportgenehmigung /28.04.11

Castor: Beladung trotz fehlender Transportgenehmigung

Lüchow-Dannenberg (BI) 28.4.2011 - Im November ist der 13. Castor-Transport ins Wendland geplant, die Vorbereitungen dafür sind angelaufen. Die ersten Behälter werden in der französischen Wiederaufarbeitungsanlage in La Hague bereits verladen und damit transportfertig gehalten, obwohl noch keine Transportgenehmigung durch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) erteilt wurde. Auf diese Ungereimtheit verweist die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI). Mit diesem Vorab-Freifahrtschein der Genehmigungsbehörde werde provozierend die jahrzehntelange Kontinuität an Skandalen und Ungereimtheiten bei der Sicherheit beim Umgang mit hochgefährlichem Atommüll fortgesetzt. "Es darf nicht sein, dass Genehmigungs- und Aufsichtsbehörden hier einfach wegschauen", moniert die BI.

Zugleich verheimlicht das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) nunmehr auf Druck des Bundesumweltministers Norbert Röttgen die Neugenehmigungen für Castor-Transporte. Das Bfs gab am 19.04.11 auf seiner Website zu der im Internet veröffentlichten Liste der "aktuell genehmigten Transporte für Kernbrennstoffe und Großquellen" bekannt:

"Auf Bitten des Bundesumweltministeriums enthält diese Liste aus Gründen der Sicherung keine Genehmigungen mehr, mit denen nicht ein Transport bereits durchgeführt worden ist."

BI-Sprecher Wolfgang Ehmke: "Röttgen wird nicht müde, von Transparenz zu reden, hier wird nur noch Geheimniskrämerei begangen. Eine erneute Sicherheitsbewertung für die Zwischenlager mit dem hochradioaktiven Müll steht nach der Katastrophe in Fukushima ohnehin aus. Die Atommülldebatte kommt endlich auch in Fahrt, in Gorleben dürfen nicht weiter Fakten geschaffen werden." Die Gorleben-Gegner fordern, den Transport abzusagen.
Quelle: http://www.greenpeace-magazin.de