Montag, 30. Mai 2011

Gorleben: Atomgegner planen einjährige Dauer-Blockade /20.05.11

Der Salzstock Gorleben gilt als mögliches Endlager für Atommüll. Seit Jahren setzen sich Castor-Gegner dagegen zur Wehr. Nun wollen Protest-Gruppen sich sogar täglich ablösen.
Umweltschützer wollen ein ganzes Jahr lang die Arbeiten am Endlagerbergwerk in Gorleben blockieren. Die Aktion „Gorleben 365“ ( http://www.gorleben365.de/) werde am 14. August beginnen, teilte die Anti-Atom-Initiative „X-tausendmal quer“ am Freitag mit. Jeden Tag solle möglichst eine andere Gruppe Blockaden organisieren.

Die Erkundung des Salzstocks Gorleben als mögliches Endlager für hochradioaktiven Atommüll war im vergangenen Herbst nach zehnjähriger Unterbrechung wieder aufgenommen worden. Atomkraftgegner fordern einen Stopp der Arbeiten und einen Neustart bei der Endlagersuche.

Gegenwehr aus der Region
Vergangene Woche hatte sich die Region um den Salzstock Gorleben gegen die Pläne gewandt, an den Untersuchungen des möglichen Atomendlagers beteiligt zu werden. Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) hatte in einer öffentlichen Kreistagssitzung vorgeschlagen, paritätisch besetzte Gremien einzurichten, um die Region bei der Untersuchung einzubinden. Obwohl der Kreistag sich mehrheitlich gegen den Dialog aussprach, will Röttgen daran festhalten.

Vor und im Sitzungssaal hatten rund 700 Atomkraftgegner gegen den Auftritt des Bundesumweltministers protestiert. Rund 100 Bauern fuhren mit Traktoren zum Tagungsort. In der turbulenten Sitzung wurde Röttgen immer wieder durch Parolen oder Zwischenrufe von Atomkraftgegnern unterbrochen.
Quelle: http://www.focus.de